Die Düngebedarfsermittlung auf Grünland

– Ein Muss auch für private Pferdehalter ? –

Die neue Düngeverordnung bringt eine Vielzahl an Vorschriften und Dokumentationspflichten mit sich, die auch den privaten Pferdehalter betreffen können. Für wen das zutrifft, kann ›hier‹ ermittelt werden. Auf jeden Fall muss derjenige eine Bedarfsermittlung durchführen, der Gülle oder Mist von fremden Betrieben aufnimmt.

Einen wesentlichen Aspekt spielt die Stickstoffbedarfsermittlung der jeweiligen Kulturen und damit muss auch für Grünland eine entsprechende Bedarfsermittlung erfolgen.

Prinzipiell orientiert sich der Stickstoffbedarf immer am Ertrag des jeweiligen Grünlandbestands. Hierbei lässt sich sagen, dass mit zunehmender Intensivierung mit dem Ertrag natürlich auch der Bedarf ansteigt. Die aktuelle Düngeverordnung spricht ihier ganz klare Vorgaben aus, welcher Bedarf für die unterschiedlichen Beständen anzusetzen ist. Beispielsweise liegt der Bedarf von einem 3-Schnittnutzungssystem bei 190 kg N/ha und steigt bei 5-Schnittnutzungen auf
310 kg N/ha an. Damit ist klar: Intensives Grünland ist in der Lage, eine große Menge Stickstoff aufzunehmen und auch zu verwerten. Reglementiert wird jedoch die Düngergabe durch die maximal zulässige Höchstmenge von 170 kg Stickstoff aus organischem Ursprung. Das gilt es in jedem Fall zu beachten.

Neben dem Stickstoffbedarf spielen aber auch noch weitere Faktoren, wie beispielsweise die Nachlieferung aus dem Bodenvorrat, eine wesentliche Rolle. Mit steigendem Anteil an organischer Substanz, dem gekannten Humusgehalt, sind Mindestabschläge zwischen 10 und 50 kg N/ha zu berücksichtigen: 
Auf moorigen Standorten mit einem hohen Humusanteil kann durchaus ein Abschlag von bis zu 80 kg N/ha fällig werden. Das stellt natürlich einen enormen Einschnitt in die Düngergabe und somit Leistungsfähigkeit des Grünlands dar. Auch der Anteil an Leguminosen (z.B. Lupinen) ist bei der Düngebedarfsberechnung zu berücksichtigen. Hierbei werden Abschläge von 20 kg N/ha bei 5 bis 10 % Leguminosenertragsanteil fällig.

Ein Rechenbeispiel:

Stickstoffbedarf Pflanzenbestand
Anzuwendende Tabelle*
Beispiel
Kultur und Nutzungssystem Tabelle 9 4-Schnittnutzung
Stickstoffbedarfswert in Stickstoffbedarfswert in kg N/ha Tabelle 9 245 kg N/ha
Ertragsniveau laut Stickstoffbedarfswert Tabelle 9 Tabelle 9
Rohproteingehalt laut Stickstoffbedarfswert Tabelle 9 17 % RP i. d. TM
Anpassung des Ertragsniveaus aufgrund des Durchschnitts der letzten 3 Jahre Tabelle 10 + 27 kg N/ha je 10 dt TM/ha Mehrertrag + 14 kg N/ha je 1 % Mehrrohprotein

Zu- und Abschläge in kg N/ha

   
Stickstoffnachlieferung aus der organischen Düngung der Vorjahre § 4 Absatz 2 Nummer 4 – 15 kg N/ha (10 % des Vorjahres-Gesamtstickstoffs)
Stickstoffnachlieferung aus dem Bodenvorrat Tabelle 11 – 30 kg N/ha (8 – 15 % organische Substanz)
Stickstoffnachlieferung durch Leguminosen Tabelle 12 – 20 kg N/ha (5 – 10 % Leguminosen)

Stickstoffdüngebedarf in kg N/ha

 

180 kg N/ha

Zuschläge aufgrund nachträglich eintretender Umstände (z. B. Bestandsentwicklung) § 3 Absatz 3 sind möglich.

* Anhang der DüngeVO Stand 2017
Quelle: DüngeVO vom 26.05.2017, Anhang Tab. 8